| Ich kam 1948 in Lanark, Schottland zur Welt. Vielleicht
war es die Zangengeburt, die dazu diente, den Boden für die Faszination für craniosacrae
Arbeit zu legen. Mein Großvater, James C. Thomson, hatte seine
Ausbildung zum Osteopathen in Chicago gemacht und möglicherweise hat er den Begründer
der Osteopathie, Andrew Taylor Still, getroffen als er 1910 eine Praxis in Galen,
Missouri, nur 150 Meilen von Stills Schule entfernt eröffnete. Thomson
eröffnete 1912 eine der ersten Praxen für Osteopathie in Schottland. 1967,
55 Jahre später, lehrte mich seine Tochter und meine Mutter Joyce schwedische
Massage in der familiengeführten Gemeinschaftspraxis, die Thomson gegründet hatte.
Mein Vater, Sandy, ebenfalls Osteopath, hatte die Gabe, zu erkennen was die Menschen
wirklich bedrückt. (er "sieht" auch mit 86 Jahren immer noch Menschen oder gibt
Sitzungen). Er war der erste, der mir beibrachte, die tieferen Ebenen menschlicher
Interaktion zu erspüren und das Wahrgenommene und intuitiv Erfasste in Worte zu
kleiden. Ich war 19 und bereit für die Osteopathieschule in
London. Es war ein tiefes Eintauchen in die Welt der Berührung und der Krankheit. Am
Ende einer Arbeitswoche, erschöpft nach 15 Massagen, lehnte ich völlig erschöpft
an die Tür des Behandlungsraums, unfähig weiter zu machen. Mein letzter Klient
an diesem Tag legte sich vor mir hin und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich
war zu müde, um eine Massage zu geben und zu unerfahren, um mich zu trauen, sie
abzusagen. In diesem Moment öffnete sich mein inneres Ohr und
ich hörte die Worte "Halte seine Füße". Ich hielt das für lächerlich, was soll
das denn, meine Mutter hatte mir das nicht beigebracht, "seine Füße halten". Aber
ich war zu müde, um irgendetwas anderes zu tun, also hielt ich die Füße des Mannes.
Nach einiger Zeit wies mich dieselbe "Stimme" an, sein Sakrum zu halten und so
entfaltete sich die Sitzung. Als die beendet war, bestand der Mann darauf zu wissen,
was ich gemacht hatte. "Das war die beste Behandlung,
die ich hier je bekommen habe und ich komme immerhin schon seit 40 Jahren hierher!",
sagte er. Ich war aufgewühlt, verlegen und verwirrt. Ich wusste nicht "was ich
gemacht hatte". So etwas war mir noch nie passiert. Ähnliche
Erfahrungen mit übersinnlichem Hören und Sehen traten während meiner vierjährigen
Osteopathieausbildung immer wieder auf. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es irgendjemand
gab, mit dem ich über diese Erfahrungen hätte sprechen können. 1973, zwei Jahre
nach meinem Examen, hörte ich einen Inder über mystische Tantraübungen sprechen
und irgendetwas in seiner Stimme sagte mir, das er wusste, ihn konnte ich
fragen. So kam es das ich die den Großteil der nächsten 10 Jahre in einer Art
Lehre bei ihm verbrachte, sieben Jahre lebte ich in Indien und arbeitete in der
Klinik des Ashrams (Ich schrieb darüber in dem Buch, "Bhagwan, the God that failed"/
Bagwhan, der Gott, der scheiterte). Im Krankenhaus des Ashrams lernte ich viele
andere Formen des Hands-on Heilens wie Akupunktur, intuitive Massage, Rolfing
und Shiatsu schätzen. In Indien traf ich eine japanische Frau
namens Anima. Im Rahmen einer Jitsu Shiatsu Ausbildung bei ihr lehrte sie mich
zu sehen, was unter der Haut liegt und wie Energie (Ki) die Strukturen und Meridiane
durchdringt. Ich bin ihr auf ewig dankbar. 1982 hatte ich das
Gefühl, dass meine Lehre zu Ende war und ging zurück nach London, um dort eine
Praxis für Osteopathie zu eröffnen. Als ich London 1973 verlassen
hatte, gab es 60 Osteopathen. Als ich zurückkam waren es 600. Susan Cartilidge,
eine Klientin von mir, bat mich, ihr das beizubringen, was ich praktizierte. Ich
sagte nein, weil ich mich völlig überfordert fühlte, es weiter zu geben.
Sie fragte ein zweites Mal und ich sagte wieder nein. Als sie
mich das dritte Mal fragte, wusste ich, dass ich ja sagen musste. 1984 unterrichtete
ich meinen ersten Kurs in England. In dieser Zeit traf ich
auch auf Betty Balcombe, eine englische Hellseherin und Heilerin die mich weiter
in das Reich der Wahrnehmung hinein führte. Ihre Arbeit half mir, meine Arbeit
zu unterrichten und mein Verständnis davon zu erweitern. 1985
lernte ich bei einem von Sutherlands Schützlingen, Dr. Robert Fulford. Seine Auffassung,
dass craniosacrale Arbeit Energiearbeit ist, hat mein sich entwickelndes Verständnis
davon, was tatsächlich in der heiligen Welt der Berührung geschieht, nachhaltig
geprägt. 1985 zog ich nach Santa Fe, New Mexico. Dort gab
ich 1986 meinen ersten Kurs in den USA. Seitdem habe ich weltweit über 650 viertägige
Kurse für craniosacrale Arbeit unterrichtet. 1988 zog ich nach
Big Sur, Kalifornien, wo ich 17 Jahre lang als Craniosacral-Therapeut am Esalen
Institut arbeitete. |